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Maritime Morning 2026 5 May 2026

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Event details

  • 5 May 2026
  • 08:30 - 11:30 CEST
  • WFW Hamburg office
Wie stark rechtliche, regulatorische und geopolitische Entwicklungen die maritime Wirtschaft prägen, wurde beim Maritime Morning 2026 in Hamburg deutlich. Unter der Moderation von Dr. Christian Finnern befassten sich die Teilnehmenden mit rechtlichen und kommerziellen Themen der maritimen Branche. Die jährlich stattfindende Veranstaltung bietet Branchenexpert:innen sowie Marktteilnehmer:innen eine Plattform für einen informativen Austausch.

Das Programm umfasste eine Reihe fachlicher Vorträge zu aktuellen rechtlichen und regulatorischen Themen. Im Fokus standen unter anderem geopolitische Krisen aus rechtlicher Perspektive und die hieraus gewonnenen Erkenntnisse der vergangenen Jahre, Fragen der digitalen Infrastruktur und Souveränität in der maritimen Wirtschaft sowie ein Steuer‑Update mit besonderer Relevanz für maritime Unternehmen.

Den Abschluss bildete eine anregende Paneldiskussion mit Isabelle Rickmers (Founder & CEO, TURTLE), Dr. Christopher Eilers (Vorstand, Ernst Russ AG), Christian Reincke (Chief Executive Officer, Sloman Neptun) und Christian Rychly (Managing Director Shipping, MPC Capital), die wertvolle Perspektiven auf die aktuellen Herausforderungen und Chancen der Branche einbrachten.

Nachfolgend werden einige der zentralen Erkenntnisse der Veranstaltung zusammengefasst.

Geopolitische Krisen aus rechtlicher Sicht – Überblick über wiederkehrende Themen und „Lessons Learned“ der vergangenen sechs Jahre

Dr. F. Maximilian Boemke

Key takeways:
  • Der maritime Sektor wurde in den letzten Jahren maßgeblich durch Covid‑19, den Krieg in der Ukraine sowie jüngste Spannungen im Nahen Osten geprägt. Diese Ereignisse führten zu erheblichen Störungen der Lieferketten, steigenden Fracht‑ und Versicherungskosten sowie veränderten Handelsrouten mit längeren Distanzen und geringerer effektiver Kapazität. Energiepreisschocks und Inflation wirken sich weiterhin unmittelbar auf Shipping‑Märkte und operative Planungen aus.
  • Unternehmen sehen sich zunehmend mit Lieferverzögerungen, Kostensteigerungen und Neuverhandlungen konfrontiert. Rechtliche Konzepte wie Force Majeure und Hardship gewinnen an Bedeutung, sind in der Praxis jedoch schwer anwendbar – insbesondere aufgrund der Anforderungen an Vorhersehbarkeit, Risikoallokation und den Interessenausgleich zwischen den Vertragsparteien.
  • Die Bedeutung klarer vertraglicher Regelungen – insbesondere zu Preis‑, Verzögerungs‑ und Risikoallokationsklauseln – nimmt weiter zu. Unternehmen sollten vorhersehbare Risiken proaktiv adressieren, Dokumentation und internes Risikobewusstsein stärken sowie Standardverträge regelmäßig überprüfen, um Resilienz und Flexibilität in einem zunehmend unsicheren Umfeld zu erhöhen.

Digitale Infrastruktur und Souveränität in der maritimen Wirtschaft

Christian Schindler und Rebecca Trampe-Berger

Key takeways:
  • Die Digitalisierung ist keine reine IT‑Aufgabe, sondern eine Frage von Governance und Management. Maritime Unternehmen sind rechtlich zu strukturiertem Risikomanagement, klaren Zuständigkeiten und dokumentierten Prozessen verpflichtet. Digitalisierung sollte daher strategisch gesteuert und Cybersicherheit frühzeitig in Organisation, Verträge und Entscheidungsprozesse integriert werden.

Besteuerung der maritimen Wirtschaft – Update

Manuel Rustler und Dr. Alexander Brune

Key takeways:
  • Seit dem 1. Januar 2026 richtet sich die abkommensrechtliche Zuweisung des Besteuerungsrechts für Bordpersonal auf hoher See nicht mehr primär nach der Flagge des Schiffs, sondern nach dem jeweils einschlägigen DBA. Dadurch gewinnen DBA-Qualifikation, lohnsteuerliche Umsetzung und Dokumentation – insbesondere in Mehrstaatenfällen – an Bedeutung.
  • Die jüngere BFH-Rechtsprechung schärft die Konturen der Besteuerung nach der Tonnage: Für § 5a EStG verlangt der BFH eine nahezu ausschließliche Bereederung im Inland; zugleich bejaht er die Kürzung nach § 9 Nr. 3 GewStG auch für Reise- und Slotcharter.
  • Für Offshore-Schiffe zeichnet sich möglicherweise eine Ausweitung der Tonnagesteuer ab, ein konkreter Rechtsrahmen besteht bislang jedoch nicht. Die angekündigte Maßnahme könnte bestehende Wettbewerbsnachteile deutscher Anbieter mindern, steht aber noch unter Umsetzungsvorbehalt.

Wenn Sie die genannten Themen vertiefen oder mehr über unsere Tätigkeit im maritimen Sektor erfahren möchten, sprechen Sie gerne einen unserer Partner über unsere Website an.

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  • 5 May 2026
  • 08:30 - 11:30 CEST
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